Ordnung oder Unordnung?
Ein Kunstwerk zwischen Ordnung und Natur.
Der Wald kennt keine geraden Linien.
Äste wachsen in alle Richtungen, Bäume neigen sich,
Moos breitet sich aus, Wege entstehen und verschwinden.
Und doch suchen wir Menschen immer wieder nach Ordnung:
nach Linien, Grenzen, Formen und Strukturen.
Dieses Kunstwerk setzt der gewachsenen Unordnung
eine bewusst gesetzte Geradlinigkeit entgegen.
Die geraden Linien sind menschlich.
Der Wald ist gewachsen.
Mit der Zeit wird sich die Natur das Werk wieder aneignen.
Äste werden davor wachsen, Pflanzen werden es verdecken,
Moos und Wetter werden seine Spuren hinterlassen.
Vielleicht liegt genau darin das eigentliche Kunstwerk:
Nicht in der Beherrschung der Natur,
sondern in der Begegnung zwischen dem,
was wir gestalten, und dem, was wir nicht kontrollieren können.
Schauen Sie einen Moment länger hin.
Wo endet die Ordnung – und wo beginnt die Unordnung?
Malte Hins